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ABFINDUNG: Das Wichtigste

Wie erhalte ich eine hohe Abfindung?

Als erstes ist ein weit verbreiteter Irrtum aufzuklären: Eine Abfindung bekommen Sie keineswegs automatisch, wenn Sie eine Kündigung erhalten haben. Mit anderen Worten: Es gibt keinen generellen Anspruch auf eine Abfindung. Die Abfindung müssen Sie sich erkämpfen. Warum aber in den meisten Fällen doch eine Abfindung gezahlt wird und wie das geht,  erfahren Sie hier.

Die Abfindung ist der zentrale Punkt bei der Beendigung von Arbeitsverträgen. Sie werden sich fragen: Habe ich eine Chance auf eine Abfindung? Wie viel kann ich verlangen? Was ist realistisch?

Nachfolgend geben wir einige erste Informationen. Aber bitte machen Sie davon keine Entscheidungen abhängig. Lassen Sie sich anwaltlich beraten. Wir empfehlen die Beratung durch einen Fachanwalt bzw. im Arbeitsrecht erfahrenen Rechtsanwalt. Ein versierter Anwalt kann für Sie eine maximale Abfindung verhandeln .

Abfindung: 6 wichtige Punkte zum Erhalt einer Abfindung.

Was ist eine Abfindung?

Die Abfindung im Arbeitsrecht ist nicht etwa ein finanzieller Nachschlag auf Ihre geleisteten Dienste oder eine nachträgliche zusätzliche Belohnung. Eine Abfindung wird von einem Vertragspartner an den anderen vielmehr allein und nur deshalb gezahlt, um eine reibungslose Beendigung des Arbeitsvertrags zu erreichen. Das ist das Prinzip der Abfindung.

Gibt es einen Anspruch auf eine Abfindung?

Einen allgemeinen Anspruch auf eine Abfindung bei Beendigung eines Arbeitsverhältnisses gibt es nicht. Selbstverständlich gibt es Ausnahmen: Etwa wenn in einem Sozialplan eine Abfindung für Arbeitnehmer festgelegt wird. Im Regelfall gibt es allerdings keinen rechtlichen Anspruch auf eine Abfindung. Sie ist das Produkt von Verhandlungen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

Wann erhalte ich eine Abfindung?

Wenn es keinen Anspruch auf Abfindung gibt, werden Sie sich fragen, weshalb dann so häufig Abfindungen bezahlt werden. Hierzu muss man etwas weiter ausholen. Letztlich beruht es darauf, dass eine rechtlich reibungslose Beendigung eines Arbeitsverhältnisses im deutschen Arbeitsrecht recht kompliziert ist. Es existieren zu viele Fehlerquellen. Jede Kündigung kann der Arbeitnehmer beim Arbeitsgericht im Rahmen einer Klage prüfen lassen. Dies nimmt erheblich Zeit in Anspruch. Währenddessen ist das Schicksal des Arbeitsverhältnisses ungeklärt. Stellt sich später heraus, dass die Kündigung unwirksam war, muss der Arbeitgeber den Arbeitnehmer nicht nur weiterbeschäftigen, sondern auch das komplette Gehalt seit Ablauf der Kündigungsfrist nachzahlen. Diese Risiken veranlassen die meisten Arbeitgeber dem Arbeitnehmer eine Abfindung zu zahlen, um diesen Problemen aus dem Weg zu gehen. Dies zeichnet Ihren Weg zu einer Abfindung vor.

§ 1a Kündigungsschutzgesetz: Abfindung to go?

Der Gesetzgeber hat in § 1a Kündigungsschutzgesetz hierzu eine vereinfachte Möglichkeit eine Klage vorgesehen:  Kündigt der Arbeitgeber wegen dringender betrieblicher Erfordernisse nach § 1 Abs. 2 Satz 1 und erhebt der Arbeitnehmer bis zum Ablauf der Frist des § 4 Satz 1 keine Klage auf Feststellung, dass das Arbeitsverhältnis durch die Kündigung nicht aufgelöst ist, hat der Arbeitnehmer mit dem Ablauf der Kündigungsfrist Anspruch auf eine Abfindung. Der Anspruch setzt aber den Hinweis des Arbeitgebers in der Kündigungserklärung voraus, dass die Kündigung auf dringende betriebliche Erfordernisse gestützt ist und der Arbeitnehmer bei Verstreichenlassen der Klagefrist die Abfindung beanspruchen kann. Die Höhe der Abfindung beträgt 0,5 Monatsverdienste für jedes Jahr des Bestehens des Arbeitsverhältnisses.

In der Praxis hat diese Vorschrift aber keine große Bedeutung, weil Arbeitgeber nicht von vornherein bei Kündigung ein Angebot auf Abfindung  unterbreiten wollen, da viele Arbeitnehmer die Kündigung ohnehin einfach hinnehmen. Das probiert ein Arbeitgeber natürlich erst einmal aus bevor er ein Abfindungsangebot unterbreitet.

Wie wird die Abfindung berechnet?

Üblicherweise berechnet sich die Höhe der Abfindung nach folgender Formel: Bruttomonatsgehalt x Dauer der Betriebszugehörigkeit in Jahren x Faktor (üblicherweise: 0,5). Maßgeblich ist somit neben Ihrem Bruttomonatsgehalt vor allem die Dauer Ihres Arbeitsverhältnisses. Das hängt damit zusammen, dass Mitarbeiter, die länger beschäftigt sind in der Regel schwieriger zu kündigen sind als Mitarbeiter, die noch nicht so lange zum Unternehmen gehören. Finanzielle Berechnungsgrundlage ist das Bruttomonatsgehalt. In der Rechnung findet ferner ein Faktor Anwendung, mit dem multipliziert wird. Beim Arbeitsgericht in der Regel 0,5. Dies bedeutet, dass pro Jahr der Zugehörigkeit ein halbes Bruttomonatsgehalt, also Faktor 0,5 als Faustregel gilt. Hier ist aber nichts fixiert. Gerade dieser Faktor ist absolute Verhandlungssache. In der Praxis spielen hier viele Gesichtspunkte eine Rolle: Verteilung des Prozessrisikos, Sonderkündigungsschutz, Größe des Unternehmens.

Was ist die Berechnungsgrundlage?

Aus der obigen Rechnung folgt, dass das Gehalt eine entscheidende Rolle spielt. Finanzielle Berechnungsgrundlage ist das Bruttomonatsgehalt. In der Praxis stellt sich hier stets die Frage, was dazu zählt: Arbeitgeber sind bestrebt möglichst nur das Fixgehalt zu berücksichtigen, während dessen es im Interesse des Arbeitnehmers liegt, alle Gehaltsbestandteile zu berücksichtigen, d.h. auch Variablen, Gratifikationen etc. Hier ist ein weites Feld für Verhandlungen.

Ich habe ein Abfindungsangebot erhalten. Was soll ich jetzt tun?

1. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen.

 

Mit einem Abfindungsangebot verbinden Arbeitgeber sehr gerne ein Ultimatum. Häufig wird ein bereits unterzeichneter Aufhebungsvertrag vorgelegt mit einem vorgeschriebenen spätesten Annahmedatum und der Bemerkung, dass nach Ablauf das Angebot zurückgezogen wird. Davon sollten Sie sich nicht überrumpeln lassen.

2. Lassen Sie sich anwaltlich beraten.

Wir empfehlen Ihnen nach Vorlage eines Abfindungsangebots anwaltliche Beratung in Anspruch zu nehmen und das Angebot auf Herz und Nieren überprüfen zu lassen.

3. Kann ich die Verhandlungen selbst führen?

Selbstverständlich können Sie die Verhandlungen selbst führen. Davon würden wir Ihnen aber unbedingt abraten: Sie sind  befangen. Obwohl das Arbeitsverhältnis noch läuft, müssten Sie mit Ihrem Vorgesetzten oder Ihrer Arbeitgeberin auf Augenhöhe Verhandlungen führen. Dass Ihnen das gelingt, ist quasi ausgeschlossen.

Ferner benötigen Sie spezielle Kenntnisse im Arbeitsrecht, um Schwachstellen des Angebots aufzeigen zu können und eine Verbesserung des Angebots zu erzielen.

Nicht zuletzt hat es auch eine negative Signalwirkung auf Ihren Arbeitgeber. Wenn Sie die Verhandlungen selbst führen, sieht der Arbeitgeber, dass Sie Ihrer Sache keine große Chance einräumen und es ohne Anwalt "einmal probieren wollen".

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Das sollten Sie wissen.

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„Absolute Fachkompetenz gepaart mit individueller Betreuung. Ich kann beide Rechtsanwälte wärmstens weiterempfehlen. Daher vergebe ich 5 Sterne.”

Dirk Horn, 13.03.2017

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